Im Frühling, wenn es langsam wieder wärmer wird, machen sich Amphibien auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Erdkröten wandern oft in einem kleinen Zeitraum in großen Gruppen. Beim Überqueren von Straßen werden zahlreiche Individuen überfahren. Man schätzt, dass dadurch ca. 1/3 aller Kröten einer Teichpopulation zu Tode kommen kann. Naturschutzverbände und andere Akteure (im Mittleren Erzgebirge beispielsweise die Kirchliche Erwerbsloseninitiative Zschopau) betreuen Krötenzaune an teilweise stark befahrenen Straßen. Die Zäune dienen dem Schutz der Tiere vor dem Verkehrstod, aber auch der Erfassung der Erdkrötenpopulationen. Ehrenamtliche Zaunbetreuer werden vielerorts gesucht. Zu den täglichen Aufgaben eines Krötenzaunbetreuers zählen die Kontrolle der Fangeimer am Morgen, bei hohen Zahlen zusätzlich abends. Die Kröten werden vorsichtig eingesammelt. Die geretteten Tiere (ebenso die Beifänge) werden gezählt un d in das Laichgewässer gebracht. Seit einigen Jahren kommt es zu einem Einbruch der wandernden Populationen im Erzgebirge. Die Gründe sind vermutlich vielfältig, darunter Durchforstungsmaßahmen im Überwinterungsgebiet, die Trockenheit der Sommer der letzten Jahre, die in den letzten Jahren bekannt gewordene drastisch reduzierte Insektenvielfalt, die Einsetzung von Fischen in Laichgewässer oder auch neu eingewanderte Fraßfeinde wie der Waschbär. Es bleibt abzuwarten, wie lange noch das Schauspiel der Erdkrötenwanderung in unserer Heimat zu erleben sein wird.
Nur noch wenige Kröten unterwegs …
Freitag,
07.03.2025
09:27 Uhr
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Pärchen auf Wanderung